Zecken: immer früher und immer häufiger!

Der Winter ist keine zeckenfreie Zeit mehr! Bislang galt die Gefahr, von Zecken befallen zu werden erst ab März oder April. Mit dem Klimawandel ändert sich das zunehmend. Vor allem die für Hunde und Pferde gefährliche Auwaldzecke wird zur Dauerbedrohung. Und auch Corona hat indirekt etwas damit zu tun, dass die Gefahr durch die Zecken steigt.

Dermacentor reticulatus ist die Auwaldzecke, ein kleines braunes Krabbeltier, das für Hunde und Pferde, oft auch für den Menschen, zum gefährlichen Parasit wird. Und das immer häufiger während des gesamten Jahres, denn die Winter werden immer milder. Die Auwaldzecke wird auch Winterzecke genannt. Sie sucht im Gegensatz zu ihren Verwandten bereits bei Temperaturen ab vier Grad aktiv nach Wirten. Und damit steigt das Risiko für den Menschen, an den durch Zecken übertragenen Erregern zu erkranken. Die meisten FSME-Infizierten (Frühsommer-Meningoenzephalitis) bleiben ohne Beschwerden. Allerdings kann in schweren Fällen diese Viruserkrankung zur Hirnhautentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks führen. Bislang galt hauptsächlich der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) als Hauptüberträger.

Corona und Zecken

FSME tritt pro Jahr rund einen Tag früher auf. Auch die Corona-Pandemie hat damit zu tun, dass die Gefahr durch Zecken zunimmt. Da sich die Menschen aufgrund der Corona-Maßnahmen häufiger im Freien aufhalten, weil die Übertragungswahrscheinlichkeit in geschlossenen Räumen besonders hoch ist, ergibt sich somit auch ein potenziell höheres Risiko, mit Zecken in Kontakt zu kommen. Gegen FSME kann nicht geimpft werden, allerdings gegen die Borreliose, welche ebenfalls durch Zecken übertragen wird.

Sticht die Zecke Hunde oder Pferde, kann sie noch eine weitere Krankheit übertragen. Neben den üblichen Erregern, die von Zecken übertragen werden, ist der Erreger der Babesiose oder „Hundemalaria„, auch mit im Gepäck. Eine Erkrankung, die man bislang nur aus dem Ausland kannte. Sie verursacht hohes Fieber und sie kann schnell zum Tode führen, weil die roten Blutkörperchen zerstört werden.

05L FellpflegeAus diesen Erkenntnissen sollten Tierhalter einen wichtigen Schluss ziehen. Sie sollten ihre Tiere dringend ganzjährig gegen Zecken schützen. Tierärzten sei zudem angeraten, eine weitere Infektionskrankheit mit in Betracht zu ziehen, denn wenn ein Tier an Blutarmut und hohem Fieber leidet, dann kann auch die Babesiose ein Grund dafür sein.

Wer seinem Tier eine Zecke entfernt hat, sollte schnellstens ein geeignetes Mittel zur Hand haben, das sicher die Wunde desinfiziert und alle Erreger abtötet, bevor diese in die Blutbahn übertreten. Dazu muss die Zecke vorsichtig herausgezogen werden. Nicht zerquetschen!

 

siehe auch: Hygiene mit Pereesigsäure >>>

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Weitergehende Infos:


zecken.de  unter: www.zecken.de/de

Parasitenportal  unter: www.parasitenportal.de/zecken/